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Digital News Report 2024: Österreichs Medienlandschaft auf dem Prüfstand

Sinkende Nutzerzahlen, schwindendes Vertrauen und der wachsende Einfluss von KI: Wer gewinnt den Kampf um Aufmerksamkeit?

Der aktuelle Digital News Report Austria 2024 zeichnet ein prägnantes Bild des Status Quo und der Herausforderungen, denen sich die österreichische Nachrichtenlandschaft gegenübersieht. Sinkende Nutzerzahlen, schwindendes Vertrauen und der wachsende Einfluss künstlicher Intelligenz (KI) werfen die Frage auf: Wie sollen Journalist*innen und Kommunikationsfachleute auf diese Veränderungen reagieren?

Traditionelle Medien im Sturzflug?
Traditionelle Nachrichtenquellen in Österreich stehen unter massivem Druck. TV- und Radio-Nachrichtenprogramme, einst die Titanen der Informationsverbreitung, verzeichnen deutliche Verluste. TV-Nachrichten bleiben mit 50,2 Prozent zwar Spitzenreiter, müssen aber einen Rückgang verkraften, auch Radio-Nachrichtenprogramme folgen diesem Trend.

Im internationalen Vergleich des Digital News Report mag Österreich zwar ein Leuchtturm der traditionellen Mediennutzung sein, besonders bei gedruckten Zeitungen, doch der Wind der Veränderung weht auch hier kräftig. Gedruckte Zeitungen werden von einem Drittel der Bevölkerung genutzt, was weit über dem globalen Durchschnitt liegt, aber wie lange noch?

Soziale Medien und digitale Plattformen gewinnen immer mehr an Boden. Auch wenn die Nutzung von Social Media für Nachrichten leicht abgenommen hat, bleiben die Plattformen besonders bei jüngeren Altersgruppen stark. Facebook und YouTube spielen weiterhin eine große Rolle, im Vergleich dazu wird TikTok zur Konsumation von Nachrichten mit 4,4 Prozent noch eher nachrangig genutzt. Auch die Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichten ist leicht rückläufig. Nur 20,4 Prozent der 25- bis 34-Jährigen sind bereit, für Online-Nachrichten zu bezahlen.

Digital News Report: Schlagzeilen verlieren an Boden
Ein interessanter Wandel zeichnet sich bei der Nachrichtenaffinität der Österreicher*innen ab. Die sogenannten Headline-Konsument*innen dominieren weiterhin die Nachrichtenlandschaft, doch ihr Anteil auf 54,7 Prozent – ein Rückgang von 6,7 Prozentpunkten. Im Gegenzug steigt die Zahl der Gelegenheits-Nutzer*innen, während Nachrichten-Enthusiast*innen mit 21,1 Prozent stabil bleiben.

Das allgemeine Interesse an Nachrichten bleibt in Österreich mit 82,7 Prozent zwar grundsätzlich hoch, zeigt aber einen abnehmenden Trend. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang der sehr und äußerst Interessierten, was auf eine zunehmende Nachrichtenmüdigkeit hinweist. Kein Wunder, bei der Flut an Informationen und oft negativ gefärbten Berichten, die täglich auf die Menschen einprasseln.

Auch die Vermeidung von Nachrichten bleibt auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Viele fühlen sich von der permanenten Reizüberflutung erschöpft und geben an, Schwierigkeiten zu haben, zwischen Falschmeldungen und Fakten zu unterscheiden. Desinformation ist weiterhin ein zentrales Problem, besonders auf Plattformen wie TikTok und X (ehemals Twitter). Mit nur 34 Prozent erreicht das allgemeine Vertrauen in Nachrichten ein neues Tief. Viele Befragte tun sich schwer damit, vertrauenswürdige von nicht vertrauenswürdigen Inhalten zu unterscheiden.

Künstliche Intelligenz: Eine Gratwanderung
Die Rolle der KI in der Nachrichtenproduktion ist heiß umstritten. Obwohl die Mehrheit der Befragten der generativen KI skeptisch gegenübersteht, nimmt die Akzeptanz für den Einsatz von KI in Bereichen wie Sport und Unterhaltung sowie bei der Unterstützung routinemäßiger Aufgaben zu. Künstliche Intelligenz bietet zweifellos spannende Möglichkeiten. Sie kann die Effizienz in der Nachrichtenproduktion steigern, große Datenmengen blitzschnell verarbeiten und routinemäßige Aufgaben automatisieren. Für Journalist*innen bietet sich hier eine Chance: mehr Zeit für tiefgründige, investigative Recherchen.

Doch Vorsicht ist geboten. Viele befürchten, dass KI zur Entmenschlichung der Berichterstattung und zur Verzerrung von Fakten führen könnte. Nur 12,7 Prozent der Befragten im Digital News Report fühlen sich wohl bei der Vorstellung, dass KI einen Großteil der Nachrichteninhalte erstellt. Im Gegensatz dazu akzeptiert ein Drittel den Einsatz von KI als unterstützendes Werkzeug, solange Menschen die Hauptverantwortung tragen. Ein klares Signal: Menschliche Kontrolle und Qualitätssicherung sind auch weiterhin unerlässlich.

Fazit: Die Zukunft der Nachrichten in Österreich
Was bedeuten diese Herausforderungen und Veränderungen in der österreichischen Nachrichtenlandschaft für uns Kommunikationsfachleute? Journalist*innen und Kommunikationsprofis müssen kreative und innovative Wege finden, um das Vertrauen und Interesse des Publikums zurückzugewinnen.

Wie können wir das erreichen? Indem wir auf Qualität setzen, Authentizität wahren und die menschliche Kontrolle in der Nachrichtenproduktion stärken. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Trends weiterentwickeln und welche Strategien die Medienbranche ergreifen wird, um den Anforderungen einer digitalen Zukunft gerecht zu werden. Der Schlüssel liegt in der Balance zwischen technologischem Fortschritt und der Bewahrung der menschlichen Essenz in der Kommunikation.

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