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Happy Pride Month – reicht das?

Wirksame Diversität und Integration sollten ganzjährig gelebt werden – ohne reine Lippenbekenntnisse während des Pride-Monats Juni.

Wie jedes Jahr werden in Österreich pünktlich zum 1. Juni zahllose Regenbogenflaggen gehisst und die sozialen Medien mit Regenbogenlogos gefüllt – oft, um dann genauso pünktlich zum 30. Juni wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Obwohl diese Solidaritätsbekundungen Symbolkraft haben und Bewusstsein für LGBTIQA+-Anliegen schaffen, sollte der Fokus auf die ganzjährige Unterstützung der Community gelegt werden – aus moralischen ebenso wie unternehmerischen Gründen.

Dass gerade der Juni in vielen Ländern als Pride Month gilt, ist dabei kein Zufall. Den Ursprung dieses Awareness-Monats bildeten die sogenannten Stonewall Riots ab dem 28. Juni 1969 vor dem gleichnamigen Lokal an der New Yorker Christopher Street. Dieses Aufbegehren der unterdrückten lokalen queeren Community gegen schikanöse und scheinbar willkürlich durchgeführte Polizeirazzien in Szenelokalen wie dem Stonewall Inn gilt heute als Startpunkt der internationalen LGBTIQA+-Bürgerrechtsbewegung.

Zusammen unter dem Regenbogen
Ab 1978 entwickelte sich die Regenbogenflagge zum weithin bekannten Symbol der Bewegung und ihrer Forderungen zur Gleichstellung von LGBTIQA+-Personen in rechtlicher und gesellschaftlicher Hinsicht. Einige der unterschiedlichen Gruppen innerhalb der LGBTIQA+-Community haben mit der Zeit ihre eigenen Flaggen gestaltet, die zunehmend in deren Gesamtflagge eingebunden wurden. 2021 entstand so die „Intersex-Inclusive Progress Pride Flag“ als aktuelle Flagge der Bewegung.

Pinkwashing in action
Immer wieder nutzen Unternehmen das Pride-Symbol, um im Juni gezielt LGBTIQA+-Personen und deren Allies anzusprechen und Profit aus deren Kaufkraft zu schlagen, während das restliche Jahr über nicht oder kaum auf die Bedürfnisse der Community eingegangen, oder diese sogar aktiv diskriminiert wird. Dies wird als „Pinkwashing“ bezeichnet und führt vor allem in Zeiten der Allgegenwart sozialer Medien zunehmend zu Backlashes gegen solche Unternehmen, die oftmals mit einem höheren Risiko von Umsatzeinbußen einhergehen.

Inklusion ist „good for business”
Neben dem moralischen Argument, auf die Gleichstellung aller Gesellschaftsmitglieder hinzuarbeiten, ergibt sich damit auch ein klares geschäftliches Interesse des ganzjährigen Engagements für die Anliegen von LGBTIQA+-Personen im Arbeits- und Geschäftsleben.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und zunehmender gesellschaftlicher Forderungen zur Gleichstellung und Inklusion aller Menschen unabhängig von deren Herkunft, Hautfarbe, Alter, Geschlechts- und sexueller Identität stellt ein auf tatsächlichen Gegebenheiten basiertes Image als inklusives Unternehmen einen wichtigen Faktor im Employer Branding dar.

 

Tipps für Diversität, Gleichstellung und Inklusion

Die folgenden Tipps können dementsprechend dabei helfen, Pinkwashing und die damit verbundenen Risiken zu vermeiden und die eigene Employer Brand zu stärken:

  • LGBTIQA+-Engagement und -Inklusion ganzjährig leben

Zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden und Stakeholders, dass Sie stolz auf ihr diverses Team sind und welchen positiven Impact die bewusste Einbindung unterschiedlichster Herangehensweisen hat. Dafür sind natürlich nicht nur öffentlichkeitswirksame Aktionen, sondern auch das aktive Schaffen einer wertschätzenden, auf gelebter Inklusion basierenden internen Arbeitsumgebung nötig. Unterstützen Sie außerdem zum Beispiel neben Solidaritätsbekundungen im Juni auch während des restlichen Jahres Interessenvertretungen und Organisationen zur Diversitätsförderung.

  • Über Diversität sprechen

Stellen Sie mithilfe inklusiver interner und externer Kommunikation sicher, dass Ihr Unternehmen von der Geschäftsführung bis hin zu neu eingestellten Mitarbeitenden Chancengleichheit und Vielfalt lebt und entsprechende Gleichstellungsmaßnahmen unterstützt.

  • DE&I institutionalisieren

Machen Sie Diversität, Gleichstellung und Inklusion explizit zu Kernfaktoren in der Erarbeitung und Operationalisierung Ihrer Unternehmensstrategie und -ziele – intern wie auch extern. Achten Sie dazu auch im Karriere-Bereich, also etwa bei Recruiting und Beförderungen, bewusst auf DE&I.

  • Inklusiv kommunizieren

Verwenden Sie in Ihrer Unternehmenskommunikation inklusive Sprache und vermeiden Sie (Rollen-) Klischees, Vorurteile und Stereotypen. Binden Sie dazu am besten ihre wichtigste Ressource, ihr diverses Team, direkt in die Erarbeitung entsprechender Werbe- und PR-Aktivitäten ein.

Kleines Pride-Lexikon:

  • LGBTIQA+: Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersex, Queer, Asexual (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Intersex, Queer, Asexuell Plus)
  • DE&I, auch DEI: Diversity, Equity & Inclusion (Diversität, Gleichstellung und Inklusion)
  • CSD: Christopher Street Day (named after the location of the Stonewall Inn)

 

Foto von Steve Johnson auf Unsplash

 

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