Warum der Trend zu Offline-Communities und gemeinsamem Sport für die PR so wichtig ist.
Vor zehn Jahren lautete die Frage am Samstagabend noch: Wo gehen wir heute Abend was trinken? Heute heißt sie immer öfter: Wann treffen wir uns Sonntagfrüh zum Laufen? Was wie ein Fitnesstrend aussieht, ist eine gesellschaftliche Entwicklung – und für die Kommunikationsbranche eine der spannendsten Fragen der kommenden Jahre: Wie entsteht echte Bindung in einer Welt, in der KI zunehmend mehr übernimmt?
Der Gegentrend heißt Offline-Community
Der Vienna City Marathon verzeichnete 2026 mit über 49.000 Anmeldungen einen Rekord, und Runclubs sind 2025 auf der Sportplattform Strava um das 3,5-Fache gewachsen. Dazu kommen ausgebuchte Padelhallen und Podcasts, die live ganze Hallen füllen, obwohl man sie jederzeit alleine zu Hause hören könnte.
Das Muster dahinter: Menschen suchen ein gemeinsames Ziel, einen festen Ort und andere, die sich freuen, sie zu sehen. Je digitaler der Alltag wird, desto wertvoller wird echte Begegnung.
Fünf Learnings für PR und Kommunikation
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Community ist nicht Reichweite
Zielgruppe, Follower*innen und Community werden oft synonym verwendet, sind aber grundverschieden. Eine Zielgruppe ist, wen eine Marke erreichen will. Follower*innen schauen zu. Eine Community besteht den einfachen Test: Würden sich die Menschen auch ohne die Marke treffen? Für Kommunikationsstrategien heißt das, nicht nur Impressions zu messen, sondern Wiederkehr, Beteiligung und Weiterempfehlung.
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Verlässlichkeit schlägt das große Einzelevent
Ein einmaliges Aktivierungs-Event erzeugt Aufmerksamkeit, aber selten echte Bindung. Vertrauen entsteht durch Regelmäßigkeit: ein fixer Termin, bekannte Gesichter und ein Format, auf das man sich verlassen kann. Große Highlights funktionieren am besten, wenn sie von einer bestehenden Routine getragen werden – nicht umgekehrt.
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Nische schlägt Größe
„Für alle“ heißt in der Praxis oft: für niemanden wirklich. Formate mit einer klaren Zielrichtung, etwa ein geschützter Raum für eine bestimmte Gruppe, schaffen stärkere Bindung als breit gestreute Angebote. Marken sollten sich trauen, präzise zu sein, wen sie ansprechen und wen nicht.
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Digital ist die Brücke, nicht das Ziel
Social Media bleibt zentral, aber in einer neuen Rolle: Reels, Messenger-Gruppen und Community-Apps senken die Hürde für das erste Mal. Menschen sehen, wer mitmacht, und merken, dass sie willkommen sind. Gute Kommunikation führt deshalb gezielt vom Bildschirm ins echte Leben und misst ihren Erfolg daran, wer tatsächlich kommt.
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KI spart Zeit für das, was nur Menschen können
KI hilft bei Planung, Content-Ideen und Eventvorbereitung, und damit müssen sich selbstverständlich alle Kommunikationsexpert*innen beschäftigen. Sie kann aber kein Vertrauen aufbauen, keinen Konflikt lösen und niemanden spüren lassen, dass er oder sie dazugehört. Der eigentliche Wert von KI liegt in der Zeit, die sie freispielt: für persönliche Gespräche, Präsenz vor Ort und Zuhören.
Fazit: In Tiefe investieren statt in Follower
Für Marken liegt in diesem Trend eine große Chance. Wer Orte und Formate schafft, an denen sich Menschen nicht bewertet fühlen, gewinnt etwas, das keine Kampagne kaufen kann: echte Loyalität. Likes und Prompts sind Mittel zum Zweck. Zugehörigkeit entsteht live.
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Titelbild (c) Yannick Chaumont