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Die Gen Z am Arbeitsplatz: Arbeiten, um zu leben – und nicht leben, um zu arbeiten

Die Gen Z stellt mit ihrem Mindset viele Unternehmen auf den Kopf. Unternehmer Ali Mahlodji im Interview.

Die Gen Z kommt gerade in der Arbeitswelt an – und stellt mit ihrem neuen Mindset viele Unternehmen auf den Kopf. Veränderungen sind für viele nicht einfach, darum machen schnell Vorurteile die Runde: „Faul“, „schwierig“, manchmal sogar „dreist“ wird ihr nachgesagt. Eines steht fest: Die Wertvorstellungen und Ansprüche der neuen Arbeitnehmer*innen unterscheiden sich deutlich von jenen früherer Generationen. Wir haben beim Unternehmer Ali Mahlodji nachgefragt, was diese Veränderungen für die Arbeitswelt bedeuten und wie junge Menschen am Arbeitsplatz empowert werden können.

 

Die Gen Z bringt neue Ansprüche in die Arbeitswelt. An wem liegt es – muss sich die junge Generation alten Strukturen anpassen, oder müssen Unternehmen ihre Kulturen verändern?

Ali Mahlodji: Die Wahrheit ist, wenn man sich die Geschichte der Arbeitswelt ansieht, dass die jungen Generationen sich noch nie an die Arbeitswelt anpassen mussten. Und es war auch schon immer so, dass die jungen Generationen die Älteren herausgefordert haben. Es ist wichtig zu verstehen, dass das Wertesystem einer Person zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr entsteht. Die Sinnfrage war immer schon für Menschen wichtig – und im letzten Jahr konnten die Arbeitgeber*innen dieses Sinnbild aber nicht mehr garantieren. Dazu kommt noch, dass die jungen Generationen sich natürlich die Generationen davor ansehen, die Burnouts bekommen haben, krank geworden sind und gegenüber dem*der Arbeitgeber*in immer loyal geblieben sind – und sie sagen: So wollen wir nicht arbeiten. Was Unternehmen daher verstehen müssen, ist, dass die Reaktion der jungen Menschen auf die Arbeitswelt komplett logisch nachvollziehbar ist. Die Unternehmen müssen nicht ihre Kultur anpassen, sondern sie müssen zuerst mal überhaupt beginnen, die Lebensrealität von allen Generationen zu verstehen. Jede Organisation muss für sich selbst experimentiermäßig herausfinden, wie wollen wir, dass die verschiedensten Generationen alle bei uns zusammenarbeiten.

 

Die Gen Z ist für ihre Authentizität, Offenheit und ihr Streben nach Purpose bekannt. Welche Tipps haben Sie für Unternehmen im Onboarding neuer Teammitglieder aus der Gen Z?

Ali Mahlodji: Junge Leute wollen das Gefühl haben, dass sie Teil von etwas Größerem sind. Was aber den wirklichen Unterschied machen kann, ist Mentoring. Viele junge Menschen kommen aus einer Schule, wo sie lernen, keine Fehler zu machen. Dann kommen sie in die Arbeitswelt und sind schockiert, wenn plötzlich jemand sagt, du hast alle Freiheiten der Welt. Viele junge Menschen können nämlich mit der klassischen Freiheit nicht umgehen. Das heißt, sie brauchen einen Rahmen am Spielfeld, in dem sie sich austoben können. Das heißt, sie brauchen das Gefühl, dass sie in einer Organisation nicht allein gelassen werden, sondern da ist jemand – ein*e Mentor*in – mit Erfahrung, der*die mich begleitet.

 

Der starke Wandel fordert viele Veränderungen in kurzer Zeit. Welche Aspekte sehen Sie als positiv, die die Gen Z mit ihren neuen Ansichten der Unternehmenskultur bringt?

Ali Mahlodji: Die Gen Z ist die erste Generation, die digital aufgewachsen ist. Sie kennen keine Landesgrenzen, sie kennen nur global. Sie wissen, was Vernetzung bedeutet, und man kann von ihnen lernen. Sie wollen Diversity, sie wollen soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt. Die Kraft der Jugend, wie die sich mobilisieren kann, wie die in dieser Welt was verändern kann, das gilt es reinzubringen. Das heißt, junge Menschen sind für jede Organisation eine Bereicherung, genauso wie auch die Älteren eine Bereicherung sind. Mein Rat an Unternehmer*innen: Bindet Jugendliche mit ein. Fragt sie, was sie wollen, was sie interessiert und was das Unternehmen besser machen könnte. Jugendliche wollen sich definitiv einbringen, und eine Organisation muss lernen, da auch zuzuhören.

 

Aktuelle Krisen wie die Pandemie, die Energiekrise und natürlich die Inflation haben auch starken Einfluss auf die Arbeitswelt – die Preise steigen, nur die Löhne nicht. Was können Unternehmen tun, um junge Arbeitnehmer*innen in Krisen anderweitig zu unterstützen?

Ali Mahlodji: Das Wichtigste ist, dass Führungskräfte durch Persönlichkeitsentwicklungsschulungen müssen, wo sie mit ihren eigenen Vorurteilen konfrontiert werden. So lernen sie, was es wirklich bedeutet, wenn man im Bereich Diversity und Inklusion Vorurteile hat. Das Schlimmste, das Unternehmen tun können, ist abwarten und sich nicht trauen, etwas zu machen. Man muss sich Unternehmen auch ganzheitlich ansehen, um so viele Menschen wie möglich einzubinden. Es ist wichtig, die Menschen, die in der Organisation vielleicht unterrepräsentiert sind, zu einem Dialog einzuladen und zu versuchen, von ihnen zu lernen. Was Arbeitgeber*innen heute tun müssen, ist, junge Menschen durch Mentoring dazu zu bringen, dass sie in der Arbeitswelt ihren Platz finden. Es ist enorm wichtig, die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen zu unterstützen und auch für einen Ort zu sorgen, wo sie das Gefühl haben, sie machen etwas Sinnvolles. Sie zahlen ein in das Wohl der Welt.

 

Über Ali Mahlodji

Egal, ob im Beruf oder im Leben – wenn es um Wachstum und Transformation geht, ist Ali Mahlodji wohl Österreichs bekanntester Vorreiter. Der Gründer der international erfolgreichen Berufsorientierungs-Company whatchado begleitet und inspiriert Millionen Menschen dabei, ihren eigenen Weg zu finden. Nach weiteren erfolgreichen Gründungen und vier Büchern agiert Ali als Speaker und Mentor in seiner Rolle als Übersetzer zwischen den Generationen – nicht umsonst wurde er vom Radiosender Ö1 als „Philosoph der Arbeitswelt“ bezeichnet.

 

Weitere Blogbeiträge zu diesem Thema:

https://ikp.at/de/blog/ikp-news/bitte-zu-tisch-vier-generationen-und-ihre-sicht-auf-die-arbeitswelt/

https://ikp.at/de/blog/ikp-news/schoene-neue-arbeitswelt-employer-branding-im-licht-des-gesellschaftlichen-und-digitalen-wandels/

 

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© Ali Mahlodji