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Warum Daten allein nicht reichen, um Zielgruppen wirklich zu verstehen

Unternehmen wissen heute so viel über ihre Zielgruppen wie noch nie zuvor. Klickzahlen, Reichweiten, Engagement oder Kaufverhalten liefern laufend neue Daten und Insights.

Trotzdem fällt es vielen Marken schwer, echte Nähe zu ihrer Zielgruppe aufzubauen. Denn zwischen Daten sammeln und Menschen verstehen liegt oft ein großer Unterschied. Warum echtes Zielgruppenverständnis heute immer wichtiger wird und wie Unternehmen näher an die Menschen hinter den Daten kommen können, erfährst du in diesem Beitrag.

Daten zeigen Verhalten, aber nicht die Menschen dahinter

Klicks, Likes oder Suchanfragen liefern laufend neue Daten darüber, was Menschen tun. Trotzdem bleibt oft eine entscheidende Frage offen: Warum tun sie es eigentlich? Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen reiner Information und echtem Verständnis. Denn Daten können Verhalten messen, aber sie erzählen selten die Geschichte dahinter. Wer Zielgruppen nur als Zahlen, Segmente oder KPIs betrachtet, übersieht schnell die Menschen dahinter, ihre Gewohnheiten, Emotionen und Motive. Auch personalisierte Inhalte schaffen deshalb nicht automatisch eine emotionale Verbindung.

Warum Kundennähe mehr braucht

Viele Kaufentscheidungen entstehen außerdem nicht rational, sondern emotional. Menschen verbinden mit Marken bestimmte Erinnerungen, Gewohnheiten oder sogar kleine Rituale im Alltag. Genau diese Aspekte tauchen in klassischen Datenauswertungen oft gar nicht auf. Eine hohe Klickrate verrät beispielsweise wenig darüber, warum sich Menschen mit einer Marke identifizieren oder weshalb Inhalte wirklich im Gedächtnis bleiben. Für erfolgreiche Kommunikation wird deshalb immer wichtiger, die Perspektive der Zielgruppe einzunehmen und ihre Lebensrealität zu verstehen.

Das McDonald’s Beispiel: Von Daten zu Fan-Insights

Ein Beispiel von McDonald’s zeigt uns besonders gut, wie groß der Unterschied zwischen Daten und echtem Verständnis sein kann. Das Unternehmen wusste zwar genau, welche Produkte Menschen kaufen, aber nicht, warum viele Kund*innen eine so starke Verbindung zur Marke hatten. Deshalb änderte McDonald’s die Perspektive: Statt ständig Kritiker überzeugen zu wollen, konzentrierte sich die Marke stärker auf ihre eigenen Fans. Gemeinsam mit einer Agentur wurden Menschen im Alltag begleitet, beobachtet und interviewt.

Dabei entdeckte man kleine Gewohnheiten und Rituale rund um das Essen bei McDonald’s, die in keiner Statistik sichtbar gewesen wären. Manche Kund*innen kombinierten verschiedene Burger oder Produkte miteinander und entwickelten daraus ihre ganz persönlichen Lieblingskombinationen, teilweise sogar mit eigenen Namen. Aus genau solchen Beobachtungen entstand später das offizielle „Secret Menu“ mit speziellen Kombinationen für Fans.

Zielgruppen verstehen: So geht’s

Doch wie kommt man in der Praxis eigentlich näher an die Menschen hinter den Daten? Und wie schaffen es Unternehmen und Kommunikationsverantwortliche, Zielgruppen wirklich besser zu verstehen? Dafür gibt es mittlerweile viele unterschiedliche Ansätze und Methoden, die dabei helfen, echte Insights zu gewinnen und Kommunikation relevanter und menschlicher zu gestalten.

  • Social Listening: Kommentare, Bewertungen und Kundenanfragen regelmäßig genauer anschauen. Gerade dort zeigt sich oft, welche Themen Menschen wirklich beschäftigen – nicht nur auf Social Media, sondern auch in Google Rezensionen, Feedbackmails oder direkten Anfragen.
  • Community Management aktiv nutzen. DMs beantworten, auf Kommentare reagieren, nachfragen und bewusst den Austausch mit der Zielgruppe suchen. Gerade in diesen direkten Gesprächen entstehen oft die ehrlichsten und wertvollsten Insights.
  • Kommunikation entsteht oft auch im direkten persönlichen Austausch. Deshalb lohnt es sich, jede Gelegenheit zu nutzen, um mit Kund:innen oder der Zielgruppe ins Gespräch zu kommen, sei es bei Events, im Alltag oder durch kurze Interviews.
  • Mitarbeiter*innen mit direktem Kundenkontakt stärker einbinden und befragen. Oft sind es nicht die Kommunikationsteams, sondern Vertrieb oder Kundenservice, die als Erste mitbekommen, welche Themen, Fragen oder Probleme Zielgruppen tatsächlich beschäftigen.
  • Kampagnen, Inhalte oder neue Ideen bereits in frühen Phasen mit kleinen Zielgruppen So lassen sich Sprache, Relevanz und Wirkung besser einschätzen, bevor Inhalte groß ausgespielt werden.
  • Arbeitest du schon mit Personas? Dabei werden aus Daten konkrete „Beispielpersonen“ entwickelt, die typische Kund*innen darstellen. Neben Alter oder Beruf werden oft auch Interessen, Hobbys, Gewohnheiten, Probleme oder Erwartungen beschrieben. Dadurch entsteht ein viel greifbareres Bild der Zielgruppe und es wird einfacher, Kommunikation menschlicher zu gestalten.

Die Zauberformel: Daten & Menschlichkeit

Wie gut kennt dein Unternehmen die Menschen hinter den Zahlen wirklich? Für Kommunikationsteams wird es immer wichtiger, Zielgruppen nicht nur zu analysieren, sondern ihnen aktiv zuzuhören. Denn die spannendsten Insights entstehen oft nicht im Dashboard, sondern dort, wo Menschen direkt mit Marken interagieren. Daten bleiben dabei natürlich wichtig. Erfolgreiche Kommunikation entsteht aber meist dann, wenn Zahlen mit menschlichen Einblicken kombiniert werden.

Quellen:

Marcus Collins (2023): You Need More Than Data to Understand Your Customers. Harvard Business Review, 13. Dezember 2023. Harvard Business Review